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„Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungssituation junger Migrantinnen und Migranten für den öffentlichen Dienst der Stadt Duisburg“ - kurz: VBÖ  

 

Projektinhalt:

Aufbauend auf die bisherigen Bemühungen der Stadt Duisburg, mehr junge Migrantinnen und Migranten für eine Ausbildung in der kommunalen Verwaltung zu gewinnen, läuft das vom Bundesministerium für Bildung- und Forschung und dem europäischen Sozialfond finanziell unterstützte Modellprojekt seit Januar 2004.

Die Forschungsgruppe Migration und interkulturelle Kommunikation (mikom) des Rhein-Ruhr- Instituts für Sozialforschung und Politikberatung e.V. an der Universität Duisburg-Essen übernimmt die wissenschaftliche Begleitforschung  dieses Modellprojektes. Prof. Dr. Manfred Bayer hat in diesem Rahmen die Leitungs- und Koordinierungsfunktion inne, in Abstimmung mit der für die Stadt Duisburg verantwortlichen Leiterin, Frau Elisabeth Pater. Hier geht es einerseits um die Erforschung der Ausgangslage bei Schulabgängern, Eltern und Lehrern sowie bei den beteiligten städtischen Einrichtungen. Dabei stehen drei Leitfragen im Mittelpunkt:

1)  Wie gut kennen Jugendliche mit Migrationshintergrund die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Stadtverwaltung oder interessieren sich dafür?

2) Wie sind die Bildungsvoraussetzungen dieser Jugendlichen im Hinblick auf das Einstellungsverfahren und die Ausbildung?

3) Wie effektiv ist das Auswahlverfahren selbst, insbesondere was kann durch eine interne Evaluation daran künftig verbessert werden?

 

Andererseits widmet sich die Begleitforschung

1) der Evaluation von bereits eingeleiteten Fördermaßnahmen, um eine fortschreitende Qualitätsverbesserung und -sicherung zu erreichen,

2) einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aller beteiligten städtischen Einrichtungen im Rahmen der Weiterentwicklung von effektiven Informations- und Vernetzungsstrategien,

3) der gemeinsamen Entwicklung und Erprobung ergänzender Lehr- und Lernmaterialien, usw..

 

Hierzu wird die wissenschaftliche Begleitforschung - aufbauend auf einer punktuellen Situationsanalyse und Ursachenforschung - der Optimierung vereinzelter Faktoren in den bereits durchgeführten Maßnahmen dienen. Das bedeutet, dass zunächst im Rahmen einer Situationsanalyse Experten, potentielle Auszubildende und deren Eltern zur Situation der Zielgruppe befragt werden. Zusätzlich werden bereits bestehende Instrumente und Datenerhebungen der städtischen Verwaltung zusammengefasst, ausgewertet und - sofern praktisch relevant und erforderlich - punktuell ergänzt. Auf dieser Grundlage werden auch curriculare und institutionelle Empfehlungen ermöglicht, - nicht nur für Duisburg, sondern ein erklärtes Projektziel besteht auch darin, diese auf andere Kommunen nachhaltig übertragen zu können. Hierzu zählt zum Beispiel die Erstellung von Lehr- und Lernmaterialien zur vorbereitenden und begleitenden Förderung von Jugendlichen in Kooperation mit den Partnerschulen und der Elternarbeit sowie den Lehrgängen zur Nachqualifizierung.

Im Rahmen der Begleitforschung stellt sich die Stadtverwaltung Duisburg darüber hinaus den Anforderungen einer wissenschaftlichen Evaluation und neuer Verfahren zur Qualitätssicherung und -verbesserung; dadurch wird eine Optimierung des Personalrekrutierungsverfahrens angestrebt, wie z.B. durch Ausbildungspatenschaften, Coachings - auch unter Mitwirkung von Projektschulen - sowie durch zu erbringende kommunale Dienstleistungen. Hierzu zählen auch interkulturelle Personal- und Mitarbeiterschulungen, Train-the-Trainer-Angebote u.s.w. Die Ermittlung des Fort- und Weiterbildungsbedarfs zum Erwerb von interkultureller Kompetenz sowie eine Bedarfsanalyse zur Stellenbesetzung mit interkulturell qualifizierten MitarbeiterInnen werden die Grundlage bilden. Die angestrebte enge Kooperation zwischen Verwaltungs- und Ausbildungspraxis sowie wissenschaftlicher Begleitforschung ermöglicht eine nachhaltige Umsetzung gemeinsam entwickelter und erprobter Konzeptionen. Unter diesen Voraussetzungen erhält dieses Vorhaben seine Modellfunktion auch für andere Kommunen.

 
Gefördert von: 

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Europäischer Sozialfond

 

Projektlaufzeit

01.01.2004 - 30.04.2006

 

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. Manfred Bayer  

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

Dipl.-Soz.-Wiss. Gülten Hammelstein-Eroglu

Dipl.-Päd. Silke Diehring

Dipl.-Päd. Vera Losemann

 

Antragsteller: 

Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) der Stadt Duisburg und das Institut für Aus- und Fortbildung der Stadt Duisburg